Verfügung gegen Böhmermann wegen Schmähkritik!

von Christopher A. Wolf

Darf Jan Bömermann seine in Form eines Gedichtes mit dem Titel „Schmähkritik“ dargebotenen Äußerungen wiederholen? Der türkische Präsidenten und „Opfer“ des satirischen Gedichtes Recep Erdoğan wollte das verhindern und beantragte eine Einstweilige Verfügung gegen den Fernsehmoderator.

Recep Erdoğan wehrt sich gegen das Gedicht mit dem Titel „Schmähkritik“ des Fernsehmoderators Jan Böhmermann, welches dieser im Rahmen einer Sendung „Neo Magazin Royale“ am 31. März 2016 vorgetragen hatte. Darin wurde der türkische Präsident z.B. mit Passagen wie

„Sein Gelöt stinkt schlimm nach Döner,
selbst ein Schweinefurz riecht schöner“

und

„Kurden treten, Christen hauen
und dabei Kinderpornos schauen.
Und selbst abends heisst‘s
statt schlafen, Fellatio mit hundert Schafen.
Ja, Erdogan ist voll und ganz,
ein Präsident mit kleinem Schwanz.“

oder auch

„Jeden Türken hört man flöten,
die dumme Sau hat Schrumpelklöten.
Von Ankara bis Istanbul
weiß jeder, dieser Mann ist schwul,
pervers, verlaust und zoophil-
Recep Fritzl Priklopil.
Sein Kopf so leer wie seine Eier,
der Star auf jeder Gangbang-Feier.
Bis der Schwanz beim Pinkeln brennt,
das ist Recep Erdogan, der türkische Präsident.“

nach seiner Auffassung in einer seine Persönlichkeit verletzenden Weise beleidigt. Diese schmähenden und ehrverletzenden Beleidigungen müsse er nicht hinnehmen, so dass die Wiedergabe des gesamten Gedichtes zu unterlassen sei.

Böhmermann hielt dagegen, dass sein Gedicht „Schmähkritik“ im Rahmen der Kunstfreiheit wiedergegeben werden dürfe. Seine als Satire geäußerte Kritik an der Politik Erdoğans überschreite nicht die Grenze, bei der die Menschenwürde des Präsidenten angetastet werde ...

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