„Wer zeigt sowas schon an?“ – Tatjana Hörnle zum neuen Sexualstrafrecht

Die geplante Änderung des Sexualstrafrechts (Schlagwort: „Nein heißt Nein“) wird derzeit kontrovers diskutiert. Die taz hat dazu Frau Prof. Dr. Tatjana Hörnle interviewt. Das Interview zeigt einen interessanten Aspekt der geplanten Verschärfung:

taz: Ein weiteres Problem der neuen Rechtslage: Ein Paar liegt im Bett, sie will Sex. Er sagt, er sei zu müde. Sie gibt nicht auf und streichelt seinen Penis, bis er doch Lust hat. Ist das künftig strafbar, weil sie sein Nein ignoriert hat?

Hörnle: Das Verhalten der Frau mag zwar den Tatbestand des neuen Gesetzes erfüllen. Aber ich bitte Sie, welcher Mann zeigt seine Partnerin nach einer solchen Situation an?

Die Antwort von Frau Dr. Hörnle nach einer möglichen Strafbarkeit der Frau ist sehr aufschlussreich. Die Frau würde sich – nach Ansicht von Frau Dr. Hörnle – in dieser harmlosen Situation also tatsächlich strafbar machen. Frau Dr. Hörnle vertraut lediglich darauf, dass dieses künftig strafbare Verhalten schon nicht angezeigt werde. Eine Schwäche der geplanten Rechtsänderung erkennt sie aber nicht ...

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