Ausstellung menschlicher Plastinate

  1. Eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung, deren Unternehmensgegenstand Ausstellungen und damit zusammenhängende Veranstaltungen sind, bedarf für die Ausstellung menschlicher Dauerpräparate, die im Wege des Verfahrens der Plastinierung hergestellt worden sind, einer bestattungsrechtlichen Ausnahmegenehmigung vom Verbot der öffentlichen Ausstellung von Leichen. Von dem Ausstellungsverbot sind nur anatomische Institute und ihnen gleichstehende wissenschaftliche Einrichtungen ausgenommen.
  2. Die Erteilung einer Ausnahmegenehmigung für die Ausstellung menschlicher Dauerpräparate erfordert den Nachweis, dass die Verstorbenen, aus deren Körpern die Exponate hergestellt wurden, mit der öffentlichen Ausstellung einverstanden sind. Der Nachweis ist nicht erbracht, wenn das einzelne Exponat infolge unumkehrbarer Anonymisierung und Entpersonalisierung nicht mehr auf eine solche Einwilligung zurückgeführt werden kann.

OVG Berlin-Brandenburg in LKV 2016, 139; Urteil vom 10.12.2015 – OVG 12 B 2.15

Relevante Rechtsnormen: Art. 1 I, 5 III GG

Fall: Die Bet. streiten über die Erforderlichkeit einer bestattungsrechtlichen Genehmigung zur Durchführung einer Dauerausstellung mit menschlichen Ganzkörper- und Teilpräparaten, die im Wege der sog. Plastinationstechnik, bei der dem toten Körper in einem aufwändigen Verfahren Wasser und Fett entzogen und durch spezielle Kunststoffe ersetzt werden, hergestellt sind.
Die Kl. ist eine im Jahr 2013 gegründete Gesellschaft mit dem Zweck, Ausstellungen zu konzipieren und zu veranstalten sowie Dienstleistungen in der Ausstellungs- und Veranstaltungsbranche anzubieten ...

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