OLG Hamm: Urheberrecht begründet höheres Honorar für Zeitungsfotografen

von Florian Skupin

Als digitale Kameratechnik und Internet noch in den sprichwörtlichen Kinderschuhen steckten, bildeten Sportwagen (stets das neueste Modell) und großzügige Wohnungen in erstklassiger Lage für viele Zeitungsfotografen die Normalität. Wer gute Qualität lieferte, konnte über Auftragsmangel nicht klagen und hatte keine Vorstellung, was der Begriff „prekäre Einkommensverhältnisse“ in der Realität wohl bedeuten könnte. Inzwischen hat sich die Lage vielfach ins Gegenteil verkehrt: Heute sind nicht wenige Pressefotografen schon froh, wenn sie mit den finanziellen Erträgen aus ihrer beruflichen Tätigkeit gerade mal so über die Runden kommen. Gleichwohl steht Zeitungsfotografen für die geleistete Arbeit eine „angemessene Vergütung“ zu, was das OLG Hamm nunmehr in zweiter Instanz bestätigt hat (Az. 4 U 40/15).

Pauschalpreis ohne Rücksicht auf Größe und Auflage

Konkret ging es um einen freiberuflichen Journalisten aus Hagen/Westfalen, der im Auftrag eines Zeitungsverlages mit Sitz in Essen tätig war und über viele Jahre hinweg kontinuierlich aktuelle Pressefotos zulieferte – zum pauschalen Stückpreis von zehn Euro netto. Allein in den Jahren 2010 bis 2012 wurden insgesamt rund 3.500 seiner Werke in unterschiedlichen Lokalblättern abgedruckt. 2013 traten sodann die „Gemeinsamen Vergütungsregeln“ (GVR) zu den Bildhonoraren für freie und hauptberuflich tätige Journalisten in Kraft ...

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