Wer hält sich schon ans Arbeitszeitgesetz?

Wer beim Strukturwandel in der Arbeitswelt mitreden möchte, darf keine Angst vor Anglizismen haben. New work, work 2.0, patch projecting, life-cycle-balance. Die Leistungsträger der Generation y sind noch in der Begriffsfindung, das Ziel ist aber klar: Keine Lust auf einen nine-to-five-job. Sie möchten arbeiten, wann und wo es in ihr Lebenskonzept passt. Das kann frühmorgens sein oder spätabends. Wenn es gerade anliegt auch mal sonntags und wenn es gut läuft auch mal 12 Stunden am Stück. Hauptsache, das Ergebnis und der Ausgleich stimmen. Sie möchten flachere hierarchische Strukturen und sie möchten keine künstliche Trennung zwischen Arbeit und Privatem wie Handy- oder Surfverbote am Arbeitsplatz.

Diese Kombination aus der Auflösung von festen Arbeitszeiten verbunden mit der ortsungebundenen Nutzung von Notebook und Smartphone ist das Maximum an Flexibilität und dürfte in Reinform kaum vorkommen. Sie wäre auch bestimmten Branchen und bestimmten Positionen vorbehalten, in denen weder feste Öffnungszeiten noch zyklisch ineinander greifende Arbeitsprozesse zu beachten sind.

Fakt ist aber, dass seit Jahren darüber diskutiert und geforscht wird, wie Arbeit entgrenzt werden kann und soll. Dort, wo es gewollt ist, wird aber schon heute häufig einfach umgesetzt.

Wenig beachtet wird nicht nur in diesen Fällen das Arbeitszeitgesetz (ArbZG). Es ist gewissermaßen die Straßenverkehrsordnung des Arbeitsrechts. Jeder weiß, dass es so etwas gibt und die meisten haben auch eine Vorstellung davon, was dort geregelt ist. So genau wissen es aber die wenigsten und selbst wenn setzt man sich darüber hinweg, wenn es angezeigt ist. Verstöße gegen das ArbZG sind deshalb überaus häufig. Grund genug für einen Überblick.

Eine kurze Geschichte der Arbeitszeit

Unsere Arbeitswelt hat sich in den letzten 150 Jahren massiv gewandelt und die Wochenstundenzahl hat sich, jedenfalls auf dem Papier, halbiert ...

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