Tatort digitale Welt – Spuren in der IT-Forensik

Die Entwicklung forensischer Wissenschaften begann lange vor der Erfindung des Computers. In Abgrenzung zur IT-Forensik wird manchmal der Begriff “klassische” Forensik verwendet, wenn forensische Wissenschaften abseits bzw. in Zeiten vor der digitalen Welt gemeint sind. Der Beitrag befasst sich mit Gemeinsamkeiten und Unterschieden bei der klassischen und der IT-Forensik.

Es beginnt mit der Spur

Kurz gesagt besteht der wesentliche Unterschied zwischen Forensik im klassischen Sinne und der IT-Forensik in der Natur der Spuren, welche in dem jeweiligen Bereich untersucht werden. Während bei der klassischen Forensik im Wesentlichen physische Spuren mittels wissenschaftlicher Methoden untersucht werden, stehen bei der IT-Forensik digitale Spuren im Fokus. Als Spur im forensischen Sinne wird ein hinterlassenes Zeichen verstanden.

Physische Spuren

Ermittler suchen an einem Tatort nach Spuren, die Aufschluss über den Tathergang geben können. In der physischen Welt sind unabsichtlich hinterlassene Spuren wie z.B. Finger- und Schuhabdrücke, Haare, Fasern oder Sekrete für die Aufklärung einer Straftat interessant.

Digitale Spuren

Digitale Spuren sind hingegen Spuren, die auf Daten basieren, welche in Computersystemen gespeichert oder übertragen worden sind (Casey, Eoghan (2004): Digital Evidence and Computer Crime: Forensic Science, Computers and the Internet; 2. Edition). Digitale Daten sind zunächst physische Spuren wie z.B. die Magnetisierung auf der Festplattenoberfläche oder der Ladezustand von Speicherzellen im Arbeitsspeicher. Im Unterschied zu physischen Spuren liegen digitale Spuren aber regelmäßig nicht in einer unmittelbar zugänglichen Form vor, sondern müssen zunächst extrahiert und in eine lesbare Form übersetzt werden.

Entstehung von Spuren

Edmond Locard (*13.12.1877, † 04.04 ...

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