Rezension: Die Entwicklung des europäischen Vertragsrechts

von Dr. Benjamin Krenberger

Rezension: Die Entwicklung des europäischen Vertragsrechts

Fischer, Die Entwicklung des europäischen Vertragsrechts, 2. Auflage, Nomos 2016

Von Richterin Christiane Warmbein, Ulm

Europa ist überall – in unserem Alltag, unserem Urlaub und in unserem Recht. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich eine bemerkenswerte Entwicklung vollzogen, im Zuge derer wir uns von einem Kontinent im Weltkrieg hin zu einer immer engeren Union entwickelt haben, die trotz aller kultureller und rechtlicher Diversität auch immer mehr gemeinsame Identität, Tradition und auch Recht kennt.

Angesichts der ursprünglichen Konzeption der Union als Wirtschaftsunion mit dem Ziel der Schaffung eines grenzenlosen Binnenmarktes verwundert es wenig, dass das private Vertragsrecht als das den Wirtschaftsverkehr bestimmende Recht immer weiter durch europäische Einflüsse geprägt ist. Gerade in den letzten 25 Jahren hat sich durch vielfältige Richtlinienharmonisierung eine immer weitere Angleichung ergeben, so vor allem in verbraucherschutzsensiblen Bereichen wie beispielsweise der Produkthaftung, bei Haustürgeschäften und Reiseverträgen. Auch in vertragsrechtlich heikleren Bereichen wie dem Kaufrecht oder dem Versicherungsvertragsrecht sind jüngst Harmonisierungsbemühungen unternommen worden, die einerseits von steigender Intensität, andererseits auch von Misserfolgen geprägt waren.

Doch woher kommt diese Einigkeitsbewegung? Welche Erwägungen lagen ihr zugrunde? Wer die Antworten auf diese Fragen kennt, wird vielleicht ein wenig besser verstehen, warum der Einigungsprozess so langwierig, politisch und rechtlich so komplex und auch bei Weitem nicht immer eine lineare Bewegung hin auf das Ziel der Wirtschafts- und Rechtsunion ist ...

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