Parkplatzunfall – nicht immer 50 : 50

Timm Schmoock

Die Situation kennt jeder: Ich parke rückwärts aus meiner Parklücke des Supermarktparkplatzes aus und erkenne im letzten Moment, dass das Auto in der gegenüberliegenden Parklücke ebenfalls zurücksetzt.Der Andere fährt mir rein

Ich bremse sofort bis zum Stillstand, der andere fährt mir rein. Wer trägt die Schuld an dem Unfall? Weit verbreitet ist der Irrtum, dass der, der in das stehende Fahrzeug gefahren ist, auch alleine haftet. Schließlich stand man ja vor ihm. Tatsächlich entschieden die meisten Gerichte bisher auf eine Haftungsteilung von 50 : 50. Der stehende Pkw haftet ebenfalls.

Der enge zeitliche und räumliche Zusammenhang

Das wurde bisher damit begründet, dass zwischen dem Zurücksetzen des Geschädigten, dem Anhalten des Geschädigten und der Kollision ein enger zeitlicher und räumlicher Zusammenhang besteht. Der Geschädigte wird so behandelt, als habe sein Zurücksetzen ebenfalls zum Unfall beigetragen. Dabei kommt es auch nicht auf die Position des bereits stehenden Pkw an, also ob er noch zum Teil in seiner Parkbucht stand oder schon im rechten Winkel zu seiner Parkbucht, um den Parkplatz zu verlassen.

Ein Unfall ist grundsätzlich vermeidbar

Soweit der Grundsatz. Allerdings, so der BGH in seiner Entscheidung vom 15.12.2015, Az. VI ZR 6/15, muss das Gericht eine Abwägung der jeweiligen Verursachungsbeiträge vornehmen ...

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