Ist der Weiterverkauf von EM-Tickets illegal?

Ist der Weiterverkauf von EM-Tickets illegal?

Die Viertelfinalspiele bei der EM stehen vor der Tür und die Tickets nahezu ausverkauft. Aber wie steht es mit deren Weiterverkauf über Zweitmärkte oder Internetauktionen? Existiert ein Verbot und wenn ja, ist dieses wirksam?

Der BGH machte in einem Urteil im Jahr 2008 (I ZR 74/06) deutlich, dass es Fans im Krankheitsfall möglich sein muss, das Ticket weiterzuverkaufen. Daraufhin begannen die Deutsch Fußball Liga GmbH (DFL) und die Union of European Football Associations (UEFA), Zweitmärkte einzurichten, über die die Fußballtickets von den Fans verkauft werden können. Dabei gilt ein Kodex mit sogenannten „Fair-Play-Regeln“, der einen risikofreien Kauf und Verkauf gewährleisten soll. Zentrale Regel ist dabei, dass sich die Vereine verpflichtet haben, den Fans die Möglichkeit zu geben, Tickets, die nicht genutzt werden können, weiter zu verkaufen.

Weiterhin werden daneben mittlerweile die meisten Tickets personalisiert. Dabei wird entweder der Name des Erwerbers auf das Ticket gedruckt oder aber der Besucher trägt seinen Namen selbst auf das Ticket ein, auf dem folgender Zusatz vermerkt ist: „Ticket gilt nur für den Zutrittsberechtigten gemäß Regelung der Rückseite“ Ob das Ticket ein reines Inhaberpapier gemäß § 807 BGB oder ein qualifiziertes Legitimationspapier gemäß § 808 BGB ist, entscheidet darüber, ob mit dessen Kauf automatisch das Zutrittsrecht zum Stadion erworben wird. Das OLG Hamburg entschied 2014 in diesem Zusammenhang, dass ein personalisiertes Ticket, auf dem der Name nachträglich eintragen wird, als Legitimationspapier gilt (3 U 31/10). Für die erste Alternative, bei der der Name zu Beginn aufgedruckt wird, hängt es vom Verpflichtungswillen des Ausstellers ab, ob es sich um ein Legitimationspapier handelt. Dies muss regelmäßig durch Auslegung ermittelt werden ...

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