Fotografierverbote in Freibädern

von Florian Skupin

Es begab sich schon vor langer Zeit: Der Fotograf einer norddeutschen Lokalzeitung, ausgestattet mit reichlich Berufserfahrung, zückte zur Eröffnung der Freibadsaison die Kamera und bat einige Kinder zum Gruppenfoto. Ein Kriminalbeamter, nicht im Dienst und nur mit Badehose bekleidet, vermutete unlautere Absichten, stellte den Pressefotografen zur Rede und alarmierte die örtlichen Kollegen. „Weit übers Ziel hinausgeschossen“, urteilten schließlich alle Beteiligten – nur der Kripo-Mann sah sich unverändert im Recht.

Inzwischen hat sich die Welt schnell weitergedreht und Fotografierverbote in Frei- und Freizeitbädern bilden heutzutage nicht etwa eine Ausnahme, sondern die Regel. Dabei geht es nicht nur um die Angst vor Voyeuren oder Pädophilen. Dazu beigetragen hat vor allem die rasante Entwicklung der Smartphone-Technologie, verbunden mit der Möglichkeit, jede Aufnahme sogleich via Social Media zu posten. Durchaus verständlich, dass das nicht jeder Badegast lustig findet, erst recht wenn die entstandenen Aufnahmen kaum schmeichelhafte Körperformen offenbaren.

Schilder am Ostseestrand

Mittlerweile treiben derartige Fotografierverbote allerdings wundersame Blüten ...

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