Brexit: Keep Calm and Carry On?

Am 23. Juni 2016 haben die britischen Wähler tatsächlich mehrheitlich für den Austritt aus der EU gestimmt. Die Prognosen ließen eine sehr knappe Entscheidung erwarten. Trotzdem ist das Ergebnis ein unerwarteter Schock. Die EU-Regularien sehen nun vor, dass der Austritt Großbritanniens spätestens zwei Jahre nach der Mitteilung der Austrittsabsichten erfolgt, doch diese Frist kann durch den Europäischen Rat im Einvernehmen mit Großbritannien verlängert werden. Die offizielle Mitteilung des Austritts ist allerdings noch gar nicht erfolgt. Nach den Vorstellungen Londons soll dies auch erst im Oktober 2016 geschehen. Bis zum Austritt ist Großbritannien weiterhin EU-Mitglied. Wenige Tage nach dem Referendum gewinnt man allerdings den Eindruck, viele Briten würden erst jetzt bemerken, was für einen historischen Fehler sie gemacht haben. Und vom „vereinten“ Königreich kann kaum noch die Rede sein. Schottland scheint Brüssel jedenfalls London vorzuziehen und denkt aktuell über ein (erneutes) Referendum über die eigene Unabhängigkeit nach. Nicht wenige sehen darüber hinaus den Frieden in Nordirland in Gefahr.

Für David Cameron ist der Brexit eine persönliche Niederlage. Jahrelang ist er immer wieder als Europaskeptiker in Erscheinung getreten. Kann man dann aber im Referendum Anführer der Pro-EU Kampagne sein? Glaubwürdigkeit sieht anders aus. Cameron hat sich schlicht verzockt. Er selbst hatte das Referendum vorgeschlagen, aber vor allem um die Europa-Skeptiker in seiner eigenen Partei ruhig zu stellen und nicht aus patriotischer Fürsorge. Das war verantwortungsloser Opportunismus. Seine Rücktrittsankündigung ist daher nur logisch.

Großbritannien ist für Deutschland ein wichtiger Partner. Mehr als 2.500 deutsche Unternehmen haben dort Niederlassungen. Sie beschäftigen rund 370.000 Mitarbeiter. Umgekehrt sind in Deutschland etwa 3.000 britische Unternehmen engagiert. Unternehmen in bzw ...

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