Neue Perspektiven und Gefahren der Gesichtserkennung

von Conrad S. Conrad

Als Facebook vor einigen Jahren auf ein Verfahren der automatischen Gesichtserkennung setzen wollte, hagelte es teils heftige Kritik in Deutschland und anderen Ländern. Die Sorgen der Datenschützer gingen so weit, dass der zuständige Hamburgische Datenschutzbeauftragte (HmbBfDI) am 21.09.2012 eine Verwaltungsanordnung gegen Facebook erließ, die den Betreiber des größten sozialen Netzwerks der Welt zur datenschutzkonformen Umsetzung dieser Technik verpflichtete. Dies galt beispielsweise der fehlenden Voraussetzung einer ausdrücklichen Einwilligung der Nutzer sowie der Aufklärung der Nutzer über Folgen und Risiken. Facebook zog daraufhin das Bestreben zur automatischen Gesichtserkennung in ganz Europa zurück und löschte sogar die daraus entstandenen Profile.

Der Schutz von biometrischen Daten

Das Thema ist von großer Bedeutung im Datenschutzrecht. Schließlich berechnet eine Gesichtserkennungssoftware anhand des jeweiligen Gesichts einer Person bestimmte Werte als eine Art Formel (Hashwert bzw. Gesichtstemplate), die nahezu einzigartig ist. Es handelt sich hierbei um biometrische Daten, die einen mathematischen „Fingerabdruck“ darstellen und unter den Begriff der personenbezogenen Daten nach § 3 Abs. 1 Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) fallen. Diese Daten sind deshalb von besonderer Relevanz, da sie sich selbst mit der Zeit nur wenig bis gar nicht verändern und der Mensch folglich selbst nach vielen, vielen Jahren noch anhand dieser Hashwerte identifiziert werden kann. Je ausgefeilter und fortschrittlicher die Technologie, desto größer ist die Genauigkeit und letztlich dadurch auch die Trefferquote.

Die Datenschutzbehörden trafen daraufhin auf der 87. Konferenz der Datenschutzbeauftragen des Bundes und der Länder am 27. und 28. Mai 2014 in Hamburg eine Entschließung hinsichtlich der biometrischen Gesichtserkennung durch Internetdienste. Abermals wurden die Risiken für jeden Einzelnen betont ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK