Einlösung der Rabattgutscheine von Mitbewerbern

von Dr. Johannes Kalb

Ein­zel­händ­ler dür­fen Ra­batt­gut­scheine von Mit­be­wer­bern an­neh­men und dies be­wer­ben. Der BGH wies am 23. Juni 2016, Az.: I ZR 137/15, eine Un­ter­las­sungs­klage ge­gen die Dro­ge­rie­kette Mül­ler in letz­ter In­stanz ab.

Mül­ler warb im Jahre 2014 da­mit, 10 % Ra­batt­gut­scheine von dm, Ross­mann und Dou­glas eben­falls an­zu­neh­men. Die Zen­trale zur Be­kämp­fung un­lau­te­ren Wett­be­werbs als Klä­ge­rin hielt die Wer­bung un­ter dem Ge­sichts­punkt der ge­ziel­ten Be­hin­de­rung des Wett­be­wer­bes für un­lau­ter. Mül­ler ziele in ers­ter Li­nie dar­auf ab, sich die Wer­be­maß­nah­men der Mit­be­wer­ber zu Ei­gen zu ma­chen und de­ren Er­folg zu ver­hin­dern.

Nach der stän­di­gen Recht­spre­chung des BGH ge­hört al­ler­dings das Ein­drin­gen in ei­nen frem­den Kun­den­kreis und das Aus­span­nen so­wie Ab­fan­gen von Kun­den grund­sätz­lich zum We­sen des Wett­be­werbs. Eine un­lau­tere Be­hin­de­rung des Mit­be­wer­bers ist des­halb erst ge­ge­ben, wenn auf Kun­den, die be­reits dem Wett­be­wer­ber zu­zu­rech­nen sind, in un­an­ge­mes­se­ner Weise ein­ge­wirkt wird, um sie als ei­gene Kun­den zu ge­win­nen oder zu er­hal­ten ...

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