Der Austritt aus der Union

Im Rahmen seines Einbürgerungstests zur Erlangung der us-amerikanischen Staatsbürgerschaft wird Apu Nahasapeemapetilon nach dem Grund des Amerikanischen Bürgerkriegs gefragt. Er setzt an, über die Vielfältigkeit der Ursachen zu referieren. Der Prüfer unterbricht ihn sofort und legt ihm die Sklavenfrage als Kriegsgrund in den Mund, womit die Prüfung über- und bestanden ist.

Nun atmet Apu Nahasapeemapetilon lediglich in der Zeichentrickwelt der TV-Serie „Die Simpsons“. Lustig ist diese Szene aber nur, weil sie den in unserer Realität populären Irrtum auf die Schippe nimmt, die Amerikaner hätten sich um der Sklaven willen die Köpfe eingeschlagen. Das haben sie nicht. Apu Nahasapeemapetilon weiß das: Ein tiefer Riss ging durch die USA, Nord und Süd hatten sich entfremdet, als der Bürgerkrieg ausbrach.

Historiker nennen den Amerikanischen Bürgerkrieg bevorzugt Sezessionskrieg. Die Sezession, also der Austritt der Südstaaten aus der Union, war der eigentliche Grund (nicht Auslöser) des Krieges. Der Norden bestritt das Recht der Südstaaten, aus der Union auszutreten. Der Süden leitete sein Recht zur Sezession daraus ab, dass ein Staat, welcher der Union freiwillig beigetreten war, auch frei sein müsse, die Union wieder zu verlassen. Entschieden wurde diese Frage leider nicht mit Tinte und Feder, sondern auf den blutgetränkten Schlachtfeldern einer jungen Nation, die von ihrem Trauma bis heute zehren kann.

Der Ausgang des Gemetzels ist allgemein bekannt: Die Nordstaaten unter ihrem Präsidenten Abraham Lincoln zwangen den Süden nach vier Jahren in die Knie und betrieben die Wiederherstellung der Union.

Während der vier schrecklichen Kriegsjahre mag es den einen oder anderen Moment gegeben haben, in dem ein Sieg des Südens realistisch schien ...

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