Großbritannien plant die Zentralisierung von Unmengen an personenbezogenen Daten

von Conrad S. Conrad

Während sich in Europa der Datenschutz spätestens seit der Verabschiedung der Europäischen Datenschutz-GrundVO (EU-DSGVO) immer größerer Akzeptanz erfreut, wird Großbritannien künftig einen weiteren Schritt in Richtung „Totalüberwachung“ gehen.

So stimmten vor wenigen Tagen mit 444 Abgeordneten des britischen Parlaments die überwiegende Mehrheit für das geplante Überwachungsgesetz „Investigatory Powers Bill“, das unter anderem den nationalen Internet Service Providern die Speicherung von IP-Adressen und weiteren Daten der Nutzer für ein Jahr auferlegen und darüber hinaus den britischen Geheimdiensten neue, weitgehende Befugnisse hinsichtlich Überwachungsmaßnahmen einräumen soll.

Und wie nun bekannt wurde arbeitet das britische Innenministerium derzeit an einem neuen Zentralrechner, der die Daten sämtlicher Bürger und sich im Land befindlichen Ausländer sammeln und eine sekundenschnelle Filterung bzw. Auswertung der daraus entstehenden Personenprofile zulassen soll. Rund 65 Millionen Menschen sind dann hiervon betroffen.

Zwar sind öffentliche Überwachungssysteme in England längst üblich im Stadtbild, jedoch werden die gesammelten Informationen derzeit nur eingeschränkt miteinander verknüpft. Eine übergreifende Auswertung ist deswegen bislang (mutmaßlich) nicht möglich. Mit dem neuen, vereinheitlichten System, aufbauend auf automatischen Algorithmen dürften zunehmend mehr Daten des Einzelnen an einem Ort gespeichert und miteinander verbunden werden.

Riesige Datenmengen werden zentralisiert

Unter den gesammelten Informationen befinden sich zahlreiche personenbezogene Daten wie das Geburtsdatum, der berufliche Werdegang, Krankheitsmeldungen, Reisedaten ins Ausland oder auch das bezogene Einkommen des Einzelnen. Diese teils sensiblen, personenbezogenen Daten genießen in Deutschland einen besonderen Schutz und sind nur unter strengen Voraussetzungen und zweckgerichtet zu erheben, speichern und zu verwenden ...

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