Jungfrauen-Stipendien verstoßen gegen Verfassung

von Stephan Weinberger

Die Kommission für Gleichberechtigung in Südafrika erklärte das umstrittene „Jungfrauen-Stipendium“ für verfassungswidrig. Das Stipendium sollte für junge Frauen ein Anreiz sein – sowohl finanziell als auch zur Rettung der afrikanischen Kultur. Studentinnen mussten sich nach den Ferien jeweils einem Test unterziehen, ob sie tatsächlich ihre Unschuld bewahrt haben oder sexuell aktiv waren.

Die Idee dazu hatte ein Bürgermeister einer Kleinprovinz im Osten des Landes. Für junge Studentinnen, die sich darauf einließen, ihre Unschuld zu bewahren, wurden Universitätsstipendien angeboten. Doch das Programm löste landesweit heftige Diskussionen und Streit aus. Anhänger traditioneller Werte fanden das Programm zur Rettung der afrikanischen Kultur gut. Hingegen fanden Kritiker die absolute Herausstellung der Jungfräulichkeit für völlig überholt. Nun hat die Kommission für Gleichberechtigung eine Entscheidung getroffen.

Das Jungfrauen-Stipendien-Programm sei nicht mit der Verfassung vereinbar, so die Kommission in ihrer Entscheidung. Weil es nur für Frauen gelte und nicht auch für Männer, läge eine Diskriminierung von Frauen vor: „Jede Bereitstellung staatlicher Mittel, die von dem sexuellen Verhalten einer Frau abhängt, setzen das Patriarchat und die Ungleichheit in Südafrika endlos fort“, hieß es ...

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