Rezension: Erbfall und Betreuungsrecht

von Dr. Benjamin Krenberger

Roth, Erbfall und Betreuungsrecht, 1. Auflage, Bundesanzeiger 2016


Von Richterin Christiane Warmbein, Ulm




In 20 Jahren soll sich die Zahl der Über-80-Jährigen in Deutschland verdreifacht haben. Die Anzahl der Singlehaushalte steigt, und der Familienverbund wird insgesamt lockerer. Wenn der Einzelne sich um sich selbst nicht mehr kümmern kann, sind immer mehr Staat und Betreuer gefragt, Aufgaben zu übernehmen, die früher im Familienverbund erledigt wurden. Diese gesellschaftlichen Entwicklungen haben zur Folge, dass zukünftig häufiger Situationen auftreten werden, in denen Nachlass- und Betreuungsrecht aufeinander treffen. Wenn Betreute vererben oder erben, gibt es viele Besonderheiten zu beachten. Dieses aktuellen Themenkomplexes hat sich Wolfgang Roth angenommen. In seinem Leitfaden für die Betreuungspraxis beleuchtet er vollständig alle wichtigen Konstellationen und gibt Ratschläge für die Praxis.


So stellt sich zunächst das Problem, unter welchen Voraussetzungen ein Betreuter als testierfähig angesehen werden kann. Wenn ein Betreuter während der Betreuung testiert, hat das Nachlassgericht im Erbscheinsverfahren die Aufgabe, die Testierfähigkeit zu klären. Dabei kann es sich sowohl Beweismittel wie des früheren Hausarztes, des fachärztlichen Gutachters, der das Betreuungsgutachten erstellt hat, als auch der Einschätzung von Personen, die mit dem Betreuten im täglichen Umgang standen, bedienen. Doch nicht nur die Testierfähigkeit stellt sich im Rahmen von Betreuungen als Herausforderung für die gerichtliche Praxis dar. Auch der Widerruf eines Testaments, die Testamentsanfechtung durch Betreuer, und die Behandlung von Bestattungsvorsorgeverträgen sind praktisch äußerst aktuelle Themen, derer sich der Autor mit gut umsetzbaren Hinweisen annimmt ...

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