Im Detail schwierig

von Udo Vetter

Seit Jahren kämpfe ich dagegen, dass einer Mandantin in der Forensik versauert. Heute nachmittag wäre ein Anhörungstermin gewesen. Ein außerplanmäßiger. Denn das Oberlandesgericht hat erstmals auf meine Beschwerde hin den Beschluss des Landgerichts aufgehoben, mit dem dieses die Unterbringung meines Mandanten mal wieder verlängert hatte.

Die Sache, so das Oberlandesgericht, müsse neu verhandelt werden. Nicht nur, aber auch, weil sich das Landgericht mit der Begründung seines Beschlusses monatelang Zeit gelassen hat und dabei übersah, dass mittlerweile ein neues Sachverständigengutachten vorlag. Dieses hätte bei der Entscheidung dann noch berücksichtigt werden müssen – was nicht passierte.

Auch aus anderen Gründen ist es höchste Eisenbahn. Schon die letzte Verlängerung der Unterbringung nickte das Oberlandesgericht nur mit Bedenken ab und wies nachdrücklich darauf hin, langsam stelle sich ernsthaft die Frage, ob eine weitere Unterbringung in der Forensik noch verhältnismäßig ist.

Das Dilemma besteht darin, dass mein Mandant aufgrund seiner Konstitution „draußen“ nicht unbedingt klar kommt. Jedenfalls nicht dauerhaft. Das bedeutet aber im Umkehrschluss nicht, dass er unbedingt in der Gesellschaft von Schwerverbrechern ohne jede Perspektive weggesperrt gehört. Die Suche nach einer geeigneten Wohngruppe oder halboffenen Einrichtung gestaltet sich aber schwierig ...

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