Reichsbürger erscheint in Richterrobe und mit „Staatsanwalt“

von Stephan Weinberger

Wieder einmal sorgten Anhänger der sogenannten Reichsbürger-Bewegung für skurrile Szenen – diesmal vor dem Nördlinger Amtsgericht. Doch das Gericht hatte vorgesorgt und aus Angst vor möglichen Tumulten die Polizei um Unterstützung gebeten, die mit einigen Beamten in Uniform und zivil vor Ort war. Für Verwunderung sorgte ein 69-jähriger Rentner, der mit einer Robe verkleidet als Richter erschien und sein 53-jähriger Begleiter, der sich als Staatsanwalt ausgab. Die Männer wurden vorläufig festgenommen und wegen Amtsanmaßung angezeigt. Was der verkannte Richter und Staatsanwalt im Gericht vor hatten, kann man nur mutmaßen.

Im Prozess selbst ging es um einen 62-jährigen „Reichsbürger“, dem versuchter Betrug im sechsstelligen Bereich vorgeworfen wird. Da man bei Gericht tumultartige Szene wie bei einer Verhandlung in Kaufbeuren, bei der von Anhängern der Reichsbürger die Ermittlungsakte geklaut wurde, vermeiden wollte, sollten neben den gerichtseigenen Wachtmeistern die Polizei für die Aufrechterhaltung der Sicherheit und Ordnung sagen. Der Leiter der Polizeiinspektion Nördlingen, Walter Beck, sagte gegenüber der Augsburger Allgemeinen: „Wir wurden vom Gericht verständigt, dass es zu Ausschreitungen kommen könnte.“ Mehrere Polizisten waren deshalb uniformiert und in zivil als Zuschauer im Saal, zum Beispiel neben dem „echten“ Staatsanwalt und auf der Anklagebank. Es fanden – wie mittlerweile bei solchen Prozessen üblich – verschärfte Einlasskontrollen statt. Zuschauer der Szene, die nur einen Fantasieausweis oder gar keinen Ausweis vorzeigen konnten, wurden abgewiesen ...

Zum vollständigen Artikel

Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK