Nudelauflauf „nicht kross genug“ – Sohn überfährt Vater

von Stephan Weinberger

Ein Streit über einen Nudelauflauf bringt einen 22 Jahre alten Schüler aus Essen wegen versuchten Totschlags auf die Anklagebank vor dem Schwurgericht. Dem jungen Mann wird vorgeworfen, seinen Vater mit einem Mercedes der C-Klasse nicht nur umgefahren, sondern danach auch noch körperlich misshandelt zu haben. Streitgegenstand war sein Lieblingsgericht, dessen Zubereitung der Schüler gegenüber der Mutter bemängelte: „Der Nudelauflauf war nicht kross genug überbacken“. Der Vater mischte sich ein, musste aber teuer dafür bezahlen.

Man kann sich vorstellen, wie Richter Andreas Labentz die Frage „Und darum gab es so einen Streit?“ stellte. Der Angeklagte verstand die Aufregung darum aber nicht: „Das war doch ein Streit mit der Mutter und der Vater hat sich eingemischt.“ Das Verhältnis zu seinem Vater ist schlecht („Mal gut, mal schlecht. Er hat mich geschlagen und gedemütigt“), zur Mutter hingegen gut („Ich ehre sie wie keine andere“).

Die Tat ereignete sich am 3. Dezember. Der Schüler lebt im elterlichen Haus, ein Reihenhaus am Rande von Essen-Altendorf. Seine Mutter bereitete ihm zum Abendessen einen Nudelauflauf zu, der für den jungen Mann allerdings Anlass für Kritik gab, was er auch sofort zu verstehen gab. Er kündigte an, zu einem Schnellimbiss fahren zu wollen. Er schnappte sich die Schlüssel des Familienautos und wollte los. Sein Vater ging ihm nach, der Sohn saß aber bereits hinter verschlossenen Türen im Auto.

Sein Vater fordert ihn auf, aus dem Wagen zu steigen. Doch der Sohn weigert sich, sagt aus: „Ich bin ganz langsam aus unserer Straße herausgefahren. Aber mein Vater hat sich dann auf die Straße gestellt und den Weg blockiert.“ Er habe ihn gewarnt: „Wenn du nicht gehst, fahre ich dich über den Haufen.“ Gesagt, getan ...

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