Urteil: Knochenbrüche im Fitnessstudio infolge EMS-Trainings

Kammergericht Berlin, Urteil vom 23.05.2016 - 20 U 207/15 Urteil: Knochenbrüche im Fitnessstudio infolge EMS-Trainings Eine Frau verlangt vom Betreiber eines EMS-Fitnessstudios Schmerzensgeld von mindestens 50.000 Euro, Schadensersatz sowie eine Rente, weil sie sich aufgrund eines starken Stromschlages beide Schultern ausgerenkt und an den Oberarmköpfen Trümmerbrüche erlitten habe. Der Sachverhalt

Die 1951 geborene Klägerin trainierte seit August 2013 bei der Beklagten, die ein so genanntes EMS-Training (Elektro-Myo-Stimulation) an Sportgeräten anbietet. Für das Training werden den Teilnehmern Elektroden angepasst und mittels Stromreizen die verschiedenen Körperteile des Trainierenden stimuliert.

Die Klägerin erschien in einem der Fitnessstudios der Beklagten, befestigte die erforderliche Ausrüstung an ihrem Körper und begann mit dem Training. Während des Trainings kam die Klägerin nach ihrer Behauptung versehentlich an den Regler für die Arme (nachfolgend: Regler 6), der sodann auf eine zu hohe Stromstärke eingestellt war. Ein Mitarbeiter der Beklagte wurde aufmerksam und stellte das Trainingsgerät ab. Die Klägerin behauptet, einen starken elektrischen Schlag erhalten zu haben, der eine Ausrenkung beider Schultern mit Trümmerbrüchen der Oberarmköpfe auf beiden Seiten verursacht habe. Sie leide noch heute an erheblichen Bewegungseinschränkungen und chronischen Schmerzen.

Die Klägerin verlangt ein Schmerzensgeld von mindestens 50.000,00 EUR, den Ersatz von Haushaltsführungsschäden von knapp 3.500,00 EUR und eine vierteljährliche Rente von knapp 2.000,00 EUR.

Die Entscheidung

Das Kammergericht hat in Bestätigung des landgerichtlichen Urteils eine Haftung des Studiobetreibers verneint. Dem Studiobetrieber könne nicht vorgeworfen werden, die Klägerin nicht darüber aufgeklärt zu haben, dass die Regler versehentlich verstellt werden könnten ...

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