Gar nicht mehr so leicht einen Abschlussprüfer zu finden (Teil 1)

von Robin Mujkanovic

Die jüngste Reform der Abschlussprüfung erfolgt auf zwei Ebenen. Zum einen sind für sämtliche gesetzliche Abschlussprüfungen die Vorgaben der europäischen „Abschlussprüfungs-Richtlinie“ in deutsches Recht umgesetzt worden. Zum anderen ist bei der Prüfung von Unternehmen von öffentlichem Interesse die europäische „Abschlussprüfungs-Verordnung“ (AP-VO) direkt zu beachten. Hier haben sich einige Neuerungen gerade für die Übernahme des Mandats ergeben. In einem früheren Blog war diesbezüglich schon zur Frage der Vereinbarkeit von Prüfung und Steuerberatung berichtet worden. Zahlreiche weitere Fragen ergeben sich gerade im Hinblick auf den Auswahlprozess und die Übernahme eines neuen Mandats.

Nach der AP-VO legt der Prüfungsausschuss dem Verwaltungs- oder Aufsichtsorgan des geprüften Unternehmens bei Neuausschreibungen bzw. Prüferwechsel eine Empfehlung für die Bestellung von Abschlussprüfern oder Prüfungsgesellschaften vor (Art. 16 Abs. 2 AP-VO). Die Empfehlung muss begründet werden, mindestens zwei Vorschläge enthalten und eine Präferenz muss ebenfalls begründet werden. Die AP-VO verlangt für das Auswahlverfahren die Beachtung folgender Anforderungen:

Es können zwar grundsätzlich beliebige Prüfungsgesellschaften zur Angebotsabgabe aufgefordert werden. Jedoch dürfen keine Prüfungsgesellschaften berücksichtigt werden, bei denen die Höchstlaufzeit für ein Mandat erreicht ist. Um kleinere Prüfer in den Auswahlprozess einzubeziehen darf die Teilnahme von Prüfungsgesellschaften, die im vorausgegangenen Kalenderjahr in dem betreffenden Mitgliedstaat weniger als 15 % der von Unternehmen von öffentlichem Interesse gezahlten Gesamthonorare erhalten haben, an dem Ausschreibungsverfahren nicht ausgeschlossen werden ...Zum vollständigen Artikel


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