Clean Labelling bei Lebensmitteln: rechtliche Grenzen der Werbung mit der Enthaltsamkeit

Seit geraumer Zeit ist in der Gesellschaft ein kontinuierlicher Bewusstseinswechsel hin zu einer gesünderen Ernährung zu verzeichnen, welcher den Trend zum Kauf natürlicher und urbelassener Lebensmittel beflügelt. Auf die geänderte alimentäre Nachfrage versucht der Lebensmittelhandel immer häufiger mit sogenannten „Clean Labels“ zu reagieren, die als Werbebotschaften den Verzicht auf bestimmte Inhaltsstoffe suggerieren, die nach allgemeiner Anschauung als besonders schädlich oder ungesund eingestuft werden. Derartige „Verzichtswerbung“ steht allerdings häufig im Widerspruch zur tatsächlichen stofflichen Zusammensetzung der vermeintlich „reinen“ Produkte und birgt so ein latentes lebensmittelrechtliches Irreführungspotenzial. Der folgende Beitrag zeigt auf, welche Grenzen der Zulässigkeit von Clean Labels durch die geltenden Gesetze gezogen werden, und welche rechtlichen Anforderungen bei deren Einsatz zu beachten sind.

I. Clean Labels: des einen Freud, des anderen Leid

In Anlehnung an die zunehmende Wertschätzung einer gesunden Ernährung und einer „Rückkehr zum Natürlichen“ in der Bevölkerung weisen viele Hersteller und Lebensmittelhändler vor allem bei vorverpackten Lebensmitteln auf Produktverpackungen oder in Print- und Online-Werbematerialien gezielt und aufmerksamkeitserregend darauf hin, dass das jeweilige Erzeugnis bestimmte, gesellschaftlich verpönte Inhaltsstoffe nicht enthält.

Durch Angaben, die meist in grüner Farbe und mit rustikalen Schriftzügen ergehen und mit „Frei von“- oder „Ohne“-Hinweisen versehen sind, sollen dem Verbraucher die besondere Naturbelassenheit und Reinheit des Lebensmittels vor Augen geführt und mithin eine hohe ernährungsphysiologische Qualität suggeriert werden.

(Quelle: http://www.laves.niedersachsen ...

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