BVerfG: Kunstfreiheit kann Verwendung fremder Samples in Musikstücken rechtfertigen - Kraftwerk vs Moses Pelham - Metall auf Metall

von Marcus Beckmann

Bundesverfassungsgericht Urteil vom 31.05.2016 1 BvR 1585/13

Das Bundesverfassungsgericht hat im Rechtsstreit zwischen der Band Kraftwerk und dem Musikproduzenten Moses Pelham entschieden, dass die Kunstfreiheit die Verwendung fremder Samples in Musikstücken und somit einen Eingriff in Urheber- und Leistungsschutzrechte rechtfertigen kann.

Der BGH hatte noch darauf abgestellt, ob die Sequenzen nachgespielt werden können (siehe BGH-Entscheidung zur Unzulässigkeit der Verwendung fremder Samples in einem Musikstück liegt im Volltext vor - Metall auf Metall II ). Dies ist nach Ansicht des BVerfG kein taugliches Kriterium.

Die Pressemitteilung des BVerfG:

Die Verwendung von Samples zur künstlerischen Gestaltung kann einen Eingriff in Urheber- und Leistungsschutzrechte rechtfertigen

Steht der künstlerischen Entfaltungsfreiheit ein Eingriff in das Tonträgerherstellerrecht gegenüber, der die Verwertungsmöglichkeiten nur geringfügig beschränkt, können die Verwertungsinteressen des Tonträgerherstellers zugunsten der Freiheit der künstlerischen Auseinandersetzung zurückzutreten haben. Dies hat der Erste Senat des Bundesverfassungsgerichts mit heute verkündetem Urteil entschieden. Er hat damit einer Verfassungsbeschwerde stattgegeben, die sich gegen die fachgerichtliche Feststellung wendete, dass die Übernahme einer zweisekündigen Rhythmussequenz aus der Tonspur des Musikstücks „Metall auf Metall“ der Band „Kraftwerk“ in den Titel „Nur mir“ im Wege des sogenannten Sampling einen Eingriff in das Tonträgerherstellerrecht darstelle, der nicht durch das Recht auf freie Benutzung (§ 24 Abs. 1 UrhG) gerechtfertigt sei. Das vom Bundesgerichtshof für die Anwendbarkeit des § 24 Abs ...

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