Wider der Wunschsectio? – Patientinnenautonomie und Wahl der Geburtsmethode

von Dr. Florian Wölk

Wider der Wunschsectio? – Patientinnenautonomie und Wahl der Geburtsmethode von Dr. Florian Wölk am 30. Mai 2016, Rubrik: Allgemein, Aufklärung

Die Saarbrücker Zeitung vom 24.05.2016 („Fataler Trend zum Kaiserschnitt“) berichtet über eine geplante Initiative der saarländischen Landesregierung um den hohen Prozentsatz von Kaiserschnitten in saarländischen Kliniken zu senken. Dazu soll in Zusammenarbeit mit den Krankenhäusern, Frauenärzten und Hebammen ein gemeinsames Konzept erarbeitet werden.

Eine staatliche Initiative zur besseren Beratung, Betreuung und Begleitung von Schwangeren vor, während und nach der Geburt ist sicherlich zu begrüßen. Jedoch scheint es fraglich, wenn staatliche Organe zugunsten einer Behandlungsmethode in den medizinischen Alltag intervenieren wollen, ohne dass überwiegende Interessen der Allgemeinheit betroffen sind. Dies gilt umso mehr, als die Diskussion über die Wahl der Geburtsmethode sehr vielfältig ist und teilweise die Züge eines „Glaubenskrieges“ annimmt. Ob die Erhöhung der normalen Geburten im Vergleich zu Kaiserschnittentbindungen einen „gesellschaftlichen Mehrwert“ hat, kann angesichts dieser Diskussion durchaus kritisch hinterfragt werden.

Rechtlich bedenklich wird die Diskussion, wenn darauf hingewiesen wird, dass es sich Ärzte angesichts des Haftungsrisikos „schwertun“ werden, Frauen den Wunsch nach einem Kaiserschnitt auszureden. Es ist nicht Aufgabe des Arztes Patientinnen etwas auszureden, sondern sie über die zur Verfügung stehenden Behandlungsalternativen ergebnisoffenen zu beraten, um der Patientin eine autonome Entscheidung zu ermöglichen. Der paternalistische Ansatz, Patientinnen zu einer Behandlungsmethode zu drängen, verträgt sich nicht mit der im Selbstbestimmungsrecht der Patientin verankerten partnerschaftlichen Arzt-Patient-Beziehung. Die Bewertung der unterschiedlichen Risiken und Vorteile der Behandlungsmethode ist allein Sache der Patientin ...

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