Aufklärung bei medizinisch nicht notwendiger Behandlung- Beschneidung des männlichen Kindes -

von Christine Krieg

Jede me­di­zi­ni­sche Maß­nahme be­darf der Ein­wil­li­gung, um keine straf­recht­lich re­le­vante Kör­per­ver­let­zung zu sein. Eine Ein­wil­li­gung kann nur wirk­sam er­fol­gen, wenn die­ser eine ent­spre­chende Auf­klä­rung vor­aus­ging. Bei ei­ner me­di­zi­nisch nicht not­wen­di­gen Be­hand­lung be­steht zu­dem ein be­son­de­res um­fang­rei­ches Auf­klä­rungs­er­for­der­nis, um dem Pa­ti­en­ten deut­lich zu ma­chen, dass die in Aus­sicht ge­nom­mene Be­hand­lung nicht er­for­der­lich ist und er sich des­halb Ri­si­ken aus­setzt, die kei­nen Hei­lungs­vor­teil ha­ben.

Eine Maß­nahme, die me­di­zi­nisch oft nicht er­for­der­lich ist, ist die Be­schnei­dung des männ­li­chen Kin­des.

Nach­dem im Jahr 2012 das Land­ge­richt Köln die Durch­füh­rung ei­ner Be­schnei­dung als straf­recht­lich re­le­vante Kör­per­ver­let­zung be­ur­teilt hatte, da diese nicht me­di­zi­nisch not­wen­dig war und des­halb keine wirk­same Ein­wil­li­gung vor­lag, wurde sei­tens des Ge­setz­ge­bers mit dem Be­schnei­dungs­ge­setz nach­ge­bes­sert. Durch § 1631d BGB wurde ge­re­gelt, dass die Per­so­nen­sorge der El­tern auch das Recht um­fasst, in eine me­di­zi­nisch nicht er­for­der­li­che Be­schnei­dung ei­nes nicht einsichts- und ur­teils­fä­hi­gen männ­li­chen Kin­des ein­zu­wil­li­gen, wenn diese nach den Re­geln der ärzt­li­chen Kunst durch­ge­führt werde.

Die The­ma­tik der Be­schnei­dung des männ­li­chen Kin­des hat im re­li­giö­sen Kon­text Be­deu­tung, je­doch auch im Zu­sam­men­hang mit der Phi­mo­se­be­hand­lung. Der­zeit wird eine neue Leit­li­nie zur Be­hand­lung der Phi­mose er­ar­bei­tet, de­ren Über­ar­bei­tung des­halb für er­for­der­lich ge­hal­ten wurde, weil eine Viel­zahl von Be­schnei­dun­gen we­gen Phi­mose durch­ge­führt wurde, ob­wohl dies häu­fig me­di­zi­nisch nicht er­for­der­lich ist ...

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