Urteil: Wenn ständig Bälle vom Sportverein auf dem Grundstück landen...

Oberlandesgericht Naumburg, Urteil vom 23.11.2015 - 12 U 184/14 Urteil: Wenn ständig Bälle vom Sportverein auf dem Grundstück landen... Bei Streitigkeiten um Bolzplätze geht es oft um Lärm, manchmal aber auch um Bälle, die über den Zaun fliegen und auf dem Grundstück des Nachbarn landen. Im vorliegenden Fall hatte ein Grundstückseigentümer nach eigenen Angaben 134 Bälle an den anliegenden Sportverein zurückgegeben. Ist der Eigentümer zur Duldung verpflichtet? Der Sachverhalt

Ein Sportverein betrieb einen Bolzplatz. Daneben befand sich ein Privatgrundstück. Immer wieder flogen nun Bälle über den Zaun. Der Hauseigentümer ärgerte sich nicht nur über die Bälle an sich, sondern auch über jugendliche Spieler, die auf der Suche nach dem runden Leder immer wieder auf sein Grundstück kletterten und dabei oft nicht allzu höflich waren.

Allein im Jahr 2014 hatte er nach eigenen Angaben 134 Bälle zurückgegeben - die von den Spielern selbst eingesammelten waren dabei noch nicht mal mitgezählt. Der Verein räumte zwar "Ballüberflüge" ein, bestritt aber die Häufigkeit.

Die Entscheidung

Nach Mitteilung des D.A.S. Leistungsservice kam das Oberlandesgericht Naumburg in seinem Urteil (Az. 12 U 184/14) zu dem Schluss, dass deutlich zu viele Bälle dort landeten, wo sie nicht hingehörten. Ein Überflug von mehr als einem Ball pro Woche im Jahresdurchschnitt sei eine Beeinträchtigung seines Grundstücks, die der Kläger nicht dulden müsse (§ 1004 Abs 2 BGB).

Ursache war aus Sicht des Gerichts der allzu niedrige Ballfangzaun. Denn dieser war nur vier Meter hoch und leicht zu "überschießen". Bei der vom Verein geschilderten intensiven Nutzung des Platzes sei es sehr wahrscheinlich, dass die Angaben des Klägers stimmten ...

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