Töten männlicher Eintagsküken

Das Töten junger Küken erfüllt nicht den Straftatbestand nach § 17 Nr. 1 TierSchG.

So hat das Oberlandesgericht Hamm in dem hier vorliegenden Fall gegen den Betreiber einer Kükenbrüterei die Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Anklage zur Hauptverhandlung als unbegründet veworfen. Das Landgericht Münster1 hat die Eröffnung der Hauptverhandlung gegen den Betreiber einer Kükenbrüterei in Senden abgelehnt. Dagegen hat die Staatsanwaltschaft Münster Beschwerde eingelegt, der die Generalstaatsanwaltschaft in Hamm beigetreten ist.

In seiner Entscheidung hat das Oberlandesgericht Hamm ausgeführt, dass bei der Auslegung des § 17 Nr. 1 TierSchG auch zu berücksichtigen sei, dass Verordnungen des Rates der Europäischen Union detaillierte Regelungen über das technische Verfahren zur Tötung von männlichen Eintagsküken nach dem Schlupf enthielten. Beim Erlass dieser Verordnungen sei der Verordnungsgeber denknotwendig davon ausgegangen, dass das Töten von männlichen Eintagsküken spezieller Legerassen nach dem Schlupf aus wirtschaftlichen Gründen bzw. zur Vermeidung wirtschaftlicher Nachteile generell zulässig sei. Andernfalls wären die Verordnungen überhaupt nicht veranlasst oder erforderlich gewesen.

Außerdem seien die jüngsten Bestrebungen und Gesetzesvorhaben zur Änderung des Tierschutzgesetzes zu berücksichtigen, mit denen das Ziel verfolgt werde, die Praxis des routinemäßigen Tötens von männlichen Eintagsküken zu beenden. Die angestrebte Änderung des Tierschutzgesetzes wäre denknotwendig nicht erforderlich, wenn das Töten von männlichen Eintagsküken aus wirtschaftlichen Gründen bzw ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK