Diskriminierung: Frauen bekommen weniger Lohn als die männlichen Kollegen

Landesarbeitsgericht Mainz, Urteil vom 28.10.2015 - 4 Sa 12/14 Diskriminierung: Frauen bekommen weniger Lohn als die männlichen Kollegen Ein Arbeitgeber hat eine Vielzahl Frauen über Jahre hinweg bei gleicher Tätigkeit wegen ihres Geschlechts geringer vergütet als die männlichen Mitarbeiter. Eine Mitarbeiterin verlangt den Differenzbetrag und wegen der Ungleichbehandlung eine Entschädigung in Höhe von 6.000 Euro. Der Sachverhalt

Wie die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline berichtet, arbeitete die 56-jährige Klägerin als Produktionsmitarbeiterin in einer Schuhfabrik. Spätestens nach einer Betriebsversammlung war der Klägerin bekannt, dass die angestellten Frauen für die gleiche Arbeit weniger verdienten.

Über einen Zeitraum von drei Jahren häufte sich so eine Differenz von durchschnittlich 11.000 Euro an. Damit war die Mitarbeiterin nicht einverstanden. Sie wollte von ihrem Arbeitgeber wegen der geschlechtsbezogenen Benachteiligung die Differenz erstattet bekommen und dazu noch eine Entschädigung erhalten (§ 15 Abs. 2 AGG).

Der Arbeitgeber sah die Sache aber anders. Es sei betriebsintern stets offen kommuniziert worden, dass weibliche Arbeiterinnen weniger Geld erhalten. Eine offene Ungleichbehandlung wiege nämlich weitaus weniger schwer als eine heimliche LohnDiskriminierung. Der Fall ging schließlich vor Gericht.

Die Entscheidung

Die niedrigere Entlohnung beruhe unstreitig allein auf dem Geschlecht und stelle daher eine unmittelbare geschlechtsbezogene Ungleichbehandlung dar, so das LandesArbeitsgericht Mainz in seinem Urteil (Az ...

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