Verstoßen Webseiten mit Adblocker-Erkennung gegen EU-Recht?

Um der Fülle an Online-Werbung aus dem Weg zu gehen, bedienen sich Internetnutzer häufig eines Adblockers. Wird daraufhin keine Werbung mehr beim Nutzer angezeigt, führt dies zu Einnahmeverlusten für die Betreiber der Webseiten. Aus diesem Grund setzen diese neuerdings vermehrt Anti-Adblocker ein, um Usern, die einen Adblocker aktiviert haben, den Zugang zu ihrer Webseite zu verwehren. Ob dieses Verhalten einen Eingriff in die Privatsphäre von Internet-Nutzern darstellt ist stark umstritten.

Wie eine Studie von Adobe und PageFair aus dem Jahr 2015 gezeigt hat, nutzten bereits damals über 200 Millionen Menschen einen Adblocker. Der Umsatzverlust, der dadurch allein im Jahr 2015 entstanden ist, lag bei ungefähr 20 Milliarden Euro.

Aufgrund dieser Umsatzeinbußen setzen immer mehr Betreiber von Webseiten Werbeblocker-Sperren ein, um Internet-Nutzern, mit eingeschaltetem Adblocker, den Zugang zu ihren Webseiten zu verwehren. So hat beispielsweiße der Axel-Springer-Verlag im Oktober 2015 eine Werbeblocker-Blockade auf BILD.de eingeführt. Der Verlag rechtfertigte die Blockade mit dem Satz:

„Ohne Erlöse aus dem Verkauf von Werbeplätzen können wir die Arbeit unserer Journalisten nicht finanzieren.“

Dennoch könnte der Einsatz solcher Werbeblocker-Sperren aus datesnschutz-rechtlichen Gründen untersagt werden. Nach Ansicht der EU-Kommission, fällt der Einsatz von Adblocker-Detektoren in den Anwendungsbereich der Datenschutzrichtlinie für elektronische Kommunikation und muss sich demnach auch hieran messen lassen ...

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