Wenn aus „blinder Alarm“ „Blinddarm“ wird – Sprachbarrieren im Krankenhaus

von Juliane Boscheinen

Wenn aus „blinder Alarm“ „Blinddarm“ wird – Sprachbarrieren im Krankenhaus von Juliane Boscheinen am 11. Mai 2016, Rubrik: Arzthaftung, Aufklärung, Einwilligung

Dieser zugegebenermaßen provokative Titel geht auf ein Interview des Präsidenten der Bundesärztekammer, Professor Frank Ulrich Montgomery zurück, dass am 09.05.2016 in der ÄrzteZeitung veröffentlicht worden ist.

Montgomery warnt in dem Interview vor den Gefahren durch schlechte Sprachkenntnisse in Deutschland arbeitender Ärzte.

Wir haben uns bereits mehrfach dem Thema Aufklärung gewidmet. In den Artikeln „Die Aufklärung fremdsprachiger Patienten“ und „Ärztliche Aufklärung und Sprachbarrieren“ haben wir uns mit der Problematik befasst, wie sprachunkundige Patienten aufgeklärt werden können.

Dieser Artikel beleuchtet nun die umgekehrte Problematik. Was ist eigentlich, wenn der Aufklärende Sprachbarrieren aufweist?

Die Anforderungen an die Aufklärung normiert § 630e BGB. Gemäß § 630d BGB ist vor der Durchführung einer medizinischen Maßnahme die Einwilligung des Patienten einzuholen. Erforderlich hierzu ist, dass der Patient nach Maßgabe von § 630e BGB aufgeklärt worden ist (§ 630d Abs. 2 BGB).

Jeder ärztliche Eingriff in den Körper oder die Gesundheit des Patienten, der ohne wirksame Einwilligung durchgeführt wird, stellt eine rechtswidrige Körperverletzung dar.

Gemäß § 630 e Abs. 2 Nr. 2 BGB muss die Aufklärung für den Patienten verständlich sein.

Dementsprechend darf eine Aufklärung nur von einem Arzt vorgenommen werden, wenn dieser der deutschen Sprache hinreichend mächtig ist (vgl. Urteil des Amtsgerichts Leipzig vom 30.05 ...

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