Missbrauch von Schutzbefohlenen – und das Zusammenleben in häuslicher Gemeinschaft

Der Tatbestand des § 174 Abs. 1 Nr. 1 StGB setzt voraus, dass zwi- schen Täter und Opfer ein Verhältnis besteht, kraft dessen eine Person unter 16 Jahren dem Täter zur Erziehung, zur Ausbildung oder zur Betreuung in der Lebensführung anvertraut ist. Das Zusammenleben in häuslicher Gemeinschaft genügt hierfür nicht1.

Erforderlich ist vielmehr ein Verhältnis, in welchem einer Person das Recht und die Pflicht obliegt, die Lebensführung des Jugendlichen und damit dessen geistigseelische Entwicklung zu überwachen und zu leiten2.

Entscheidend ist insoweit nicht, von wem und auf welche Weise der Betreuer bestellt worden ist3. Es kann genügen, dass ein Jugendlicher selbst sich einem Erwachsenen zur Betreuung in der Lebensführung gemäß § 174 Abs. 1 Nr. 1 StGB anvertraut4.

Erforderlich ist jedoch stets ein Abhängigkeits- verhältnis im Sinne der Unter- und Überordnung, die den persönlichen, allge- mein menschlichen Bereich umfasst5 ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK