Frist zur ärztlichen Dokumentation?

von Juliane Boscheinen

Frist zur ärztlichen Dokumentation? von Juliane Boscheinen am 9. Mai 2016, Rubrik: Arzthaftung, Berufsrecht

Die Dokumentationspflicht ist für viele Ärzte ein Dorn im Auge. Neben der Behandlung der Patienten scheint diese ärztliche Tätigkeit ein bürokratisches Monster zu sein, dass Zeit frisst, die an anderer vermeintlich wichtigerer Stelle fehlt.

Die Pflicht zur Dokumentation ergibt sich für Ärzte aus § 10 der Musterberufsordnung-Ärzte (BMO-Ärzte), aus § 630f BGB und im Vertragsarztrecht auch aus § 57 Abs. 1 Bundesmantelvertrag-Ärzte (BMV-Ä).

Die Dokumentationspflicht dient wohl in allererster Linie der Therapiesicherung des Patienten, darüber hinaus ist die ärztliche Dokumentation aber auch Folge der Rechenschaftspflicht des Arztes und dient schließlich noch der Beweissicherung.

Im hektischen Alltag wird die Dokumentation nicht selten etwas vernachlässigt. Uns begegnen in der Praxis immer wieder Operationsberichte, die Wochen, gar Monate nach der Operation geschrieben worden sind. Zuletzt ist in einem Fall aufgefallen, dass verschiedene Versionen eines Operationsberichtes mit der Angabe anderer Beteiligter vorhanden sind. Begründet wurde dies bislang damit, dass der eine Bericht aufgrund des großen Zeitablaufs versehentlich mit falscher Angabe der beteiligten Ärzte erstellt worden ist. Man konnte sich wohl nicht mehr recht erinnern. Dies sei durch Zufall aufgefallen, nun wäre ein neuer, richtiger OP-Bericht erstellt worden.

So ein Vorgehen dient sicher nicht dem Zweck der Beweissicherung ...

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