Die Drohung des Inkassounternehmens

Ein Problem stellt sich insbesondere bei unberechtigten Forderungen immer wieder: muss der vermeintliche Forderungssteller einer unberechtigten Forderung eigentlich die Rechtsanwaltskosten des angeblichen Schuldners tragen oder nicht? Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ist das jedenfalls dann der Fall, wenn die Beauftragung des Rechtsanwalts zur Forderungsabwehr erforderlich und zweckmäßig ist und das ist meist in eher einfach gelagerten Fällen nur dann der Fall, wenn der vermeintliche Schuldner rechtlich ungewandt ist. So wird es durchaus als allgemeines Lebensrisiko angesehen, von unberechtigten Forderungen überzogen zu werden mit dem Ergebnis, dass man durchaus zwar die Forderung erfolgreich abwehren aber dann auf seinen eigenen Rechtsanwaltskosten sitzen bleiben kann. Besonders ärgerlich ist das mitunter bei niedrigen Streitwerten bis 500,00 EUR, weil dann die Rechtsanwaltskosten mitunter deutlich höher sein können, als die Höhe der Hauptforderung und es ist ja doch irgendwie Quatsch, einen Anwalt mit der Abwehr einer unberechtigten Forderung zu beauftragen, der einen nachher mehr kostet, als der Gläubiger eigentlich haben wollte.

Jetzt kennt man aber auch die Schreiben, die Inkassounternehmen ganz gerne mal aufsetzen. Da werden ganz gerne mal die übelsten Bedrohungsszenarien aufgebaut, nach denen man sich bei Nichtbegleichung der Forderung in eine lebenslange Insolvenz begibt, nie wieder eine Wohnung mieten oder einen Handyvertrag abschließen können wird, die Forderung in Fettdruck als sofort fällig gestellt und neben der unmittelbar bevorstehenden Zwangsvollstreckung (auch ohne gerichtlichen Titel) mindestens mit der vorläufigen Enthauptung zu rechnen ist ...Zum vollständigen Artikel


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