Schluss mit Disclosure Overload – Siemens kürz den Geschäftsbericht

von Carola Rinker

In den letzten Jahren wurden die Geschäftsberichte der Unternehmen immer dicker. Die Unternehmen steckten vor allem auch in die optische Gestaltung ihrer Berichte viel Arbeit. Im ersten Drittel des Berichtes waren Bilder der Aufsichtsräte und Vorstände und viele weitere Informationen über das Unternehmen. Es hinterließ den Eindruck einer „Imagebroschüre“. Durch diese erhebliche Zunahme der Berichte verliert der Leser den Überblick über das Wesentliche. In der Literatur wird dieser Berichtswahn als sog. „Disclosure Overload“ bezeichnet.

Auf der Schmalenbach-Tagung am 28. April 2016 in Köln berichtete Dr. Ralf P. Thomas, Finanzvorstand bei Siemens, wie er und seine Mitarbeiter den Bericht für 2015 auf die wesentlichen Informationen gekürzt haben. Während der Geschäftsbericht von Siemens 1990 noch 54 Seiten aufwies, waren dies im Jahr 2014 sage und schreibe 368 Seiten. Dies soll im Folgenden näher beschrieben werden.

Das Unternehmen wurde mit Kritik hinsichtlich des erheblichen Umfangs des Geschäftsberichtes konfrontiert seitens der Adressaten. Siemens war in den letzten Jahren dem Trend gefolgt, immer weitere Informationen im Geschäftsbericht anzugeben. Dadurch wurde der Geschäftsbericht dem Ziel, den Investoren entscheidungsrelevante Informationen zur Verfügung zu stellen, nicht mehr gerecht. Somit setzte sich Siemens das Ziel, sich im Geschäftsbericht auf die Lage am Bilanzstichtag sowie den Zukunftsausblick zu konzentrieren ...

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