Verdachtsberichterstattung im Online-Archiv?

von Christopher A. Wolf

Die Verdachtsberichterstattung in den Medien ist immer wieder Gegenstand gerichtlicher Verfahren. Der Bundesgerichtshof musste nun die Frage entscheiden, ob Informationen über einen Verdächtigen, die in Online-Archiven einer Zeitung abrufbar sind, vom Verlag gelöscht werden müssen, wenn die ursprüngliche Berichterstattung unzulässig war.

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Eine deutsche Tageszeitung hatte in Ihrem Online-Archiv Artikel gespeichert und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt, in dem es aus aktuellem Anlass über ein Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft wegen sexuellen Missbrauchs durch die Verabreichung von K.O.-Tropfen widerstandsunfähiger Personen gegen einen bekannten Fußballprofi ging. Die Tageszeitung hatte in ihrem Online-Archiv nach Abschluss der Ermittlungen ergänzt, dass das Verfahren gegen den Sportler mangels hinreichenden Tatverdachts eingestellt wurde.

Gegen diese Verdachtsberichterstattung wehrte sich der Fußballprofi und verlangte die Entfernung der ihn identifizierenden Berichte. Dies lehnte der Verlag mit der Begründung ab, die weitere Bereithaltung der ihn identifizierenden Artikel im Online-Archiv greife nicht in das allgemeine Persönlichkeitsrecht des Fußballers ein, da sie ursprünglich aus aktuellem Anlass zulässig war.

Die gegen den Verlag gerichtete Unterlassungsklage wurde vom Landgericht Köln zunächst stattgegeben. Das Oberlandesgericht hob diese Entscheidung in der Berufungsinstanz wieder auf und wies die Unterlassungsansprüche des Fußballers ab ...

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