Operation ohne wirksame Einwilligung – und der hypothetische Schaden ohne Operation

Hat eine – mangels wirksamer Einwilligung – rechtswidrig ausgeführte Operation zu einer Gesundheitsbeschädigung des Patienten geführt, so ist es Sache der Behandlungsseite zu beweisen, dass der Patient ohne den rechtswidrig ausgeführten Eingriff dieselben Beschwerden haben würde, weil sich das Grundleiden in mindestens ähnlicher Weise ausgewirkt haben würde1.

In dem hier vom Bundesgerichtshof entschiedenen Fall ist die Entfernung des Tumors rechtswidrig, nämlich ohne die erforderliche Einwilligung der Eltern erfolgt. Die postoperativ feststellbare apallische Schädigung der Tochter beruhte kausal auf der Tumorresektion. Unter diesen Umständen waren die Eltern nicht verpflichtet, zudem darzulegen und zu beweisen, dass die geltend gemachten Schäden – die Operation hinweggedacht – nicht ohnehin aufgrund der Grunderkrankung ihrer Tochter eingetreten wären ...

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