BGH: Ein Koffertrolley als „Scheinwerkzeug“?

A. Sachverhalt

A beschließt, bei der C-Bank an Bargeld zu gelangen. Gegen 11:30 Uhr betritt A – Sportkappe und Sonnenbrille tragend – unter Mitführung eines Koffertrolleys, der im Wesentlichen sein Reisegepäck enthält, die Bank und tritt auf den Kassenschalter zu, an welchem die Angestellte E ihren Dienst versieht. Auf ihre Frage, was sie für A tun könne, legt dieser zunächst wortlos einen Zettel auf den Bankschalter, auf welchem er die Auszahlung von 2.000 bis 3.000 € fordert und äußert sodann, dass er Leukämie habe. E, die bis zu diesem Zeitpunkt völlig angst- und arglos war, erwidert, dass sie dem Angeklagten nicht ohne weiteres Geld auszahlen könne, was A mit der Bemerkung: „Doch!“ kommentiert. Als E, immer noch arglos, weiterhin nicht reagiert, lehnt sich A über den Kassenschalter, zieht seine Sonnenbrille vom Nasenrücken, schaut E nachdrücklich an und sagt: „Keine Polizei, kein Alarm, ich habe eine Kofferbombe, zahlen Sie aus!“, um damit die Herausgabe des geforderten Geldbetrages zu erreichen. Die Anwendung dieser Drohung zur Durchsetzung seiner Forderung hat er erst in diesem Moment spontan beschlossen.

E, die bereits in der Vergangenheit Opfer eines Überfalls war, weicht sofort zurück. In Erinnerung an den früheren Fall erleidet sie einen Schock, fängt an zu weinen und zittert am ganzen Körper. Auf ihren Zuruf tritt I, der Filialleiter der C-Bank, an ihre Seite, dem sie mitteilt, dass A Geld wolle, sonst würde er eine im Koffer befindliche Bombe zünden. I schickt E in den hinteren Bereich der Bankfiliale, wendet sich an A und fragt nach dessen Wunsch. A erklärt, dass er Geld haben wolle, er sei krank. I ist nicht davon überzeugt, dass A tatsächlich eine Kofferbombe bei sich führt, hat aber die Sorge, dass dieser eine Spritze oder ein Messer bei sich habe und zur Durchsetzung seiner Forderung auch einsetzen könnte. Auf die Frage, welchen Geldbetrag A wünsche, erwidert dieser, 2.000 – 5.000 € haben zu wollen ...

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