Irrer Bratwurst-Streit landet vor Gericht

von Stephan Weinberger

Die 53-jährige Christina Wagner steht schon seit längerer Zeit in Konflikt mit den Behörden. Sie betreibt einen Bratwurst-Stand in unmittelbarer Nähe zur ehemaligen (ersten und damit historischen) Autobahnraststätte an der A9 (Berlin-Nürnberg), die Wagner 2009 erwarb. Wer auf dem Parkplatz eine Rast einlegt, konnte sich an ihrem Imbiss mit Thüringer Rostbratwürste versorgen. Wäre da jetzt nicht ein hoher Metallzaun zwischen ehemaliger Raststätte und Imbiss. Doch selbst der Verkauf über den Zaun mit Leiter als Notlösung wurde ihr jetzt verboten.

Der Zaun wurde errichtet, um genau das zu verhindern: Den Betrieb einer Raststätte, beziehungsweise der Verkauf von Essen. Kunden blieben am Zaun stehen und schrien in Richtung Imbiss ihre Bestellung. Die fertigen Brötchen packte Wagner dann in einen Korb und brachte sie zum Zaun. Über eine Leiter wurde die Warenübergabe und die Zahlung abgewickelt. 2012 hatte sich ein Gast schwer verletzt, der über den Zaun klettern und zum Imbiss gelangen wollte. Er blieb laut Polizeiangaben mit einem Ring hängen und verlor dadurch einen Finger.

Warum untersagt die Behörde den Verkauf? Die Konzession der Raststätte sei 2004 erloschen. Außerdem würde es eine Weisung des Bundes, in dessen Zuständigkeit der Betrieb von Raststätten auf Bundesstraßen liegt, geben, den Imbissverkauf in Rodaborn zu unterbinden. „Die Familie Wagner kann das Haus als Waldgaststätte für Ausflügler betreiben, aber ein Verkauf an Nutzer des Autobahnparkplatzes ist nicht gestattet“, rechtfertigt Amtspräsident Markus Brämer das Handeln seiner Behörde. „Das ist kein böser Wille von uns, sondern Recht und Gesetz“ ...

Zum vollständigen Artikel

Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK