Pferd mit fiesem Charakter

von Tobias Goldkamp

Kann ein Tierkäufer vom Kaufvertrag zurück treten oder den Kaufpreis mindern, wenn das Tier charakterliche Mängel zeigt? Nicht so einfach, meint das Landgericht Coburg.

Ein beim Kauf als „coole Socke“ beschriebenes Pferd verhielt sich zunächst tatsächlich eher schläfrig. Nach einigen Wochen schlug das Verhalten ins Schreckhafte um; das Pferd geriet bei geringsten Anlässen in Panik und war nicht mehr reitbar.

Das LG Coburg wies die Klage des Käufers zurück. Er könne keine Rückabwicklung verlangen, weil kein Mangel zum Zeitpunkt des Gefahrübergangs nachgewiesen sei (Az. 23 O 500/14).

Mangel im Rechtssinn ist eine Abweichung der Ist- von der Sollbeschaffenheit zum Zeitpunkt des Gefahrübergangs. Beim Kauf von Tieren wie von beweglichen Sachen geht die Gefahr mit Übergabe an den Käufer auf diesen über. Verschlechtert sich das Gekaufte ab diesem Zeitpunkt, haftet der Verkäufer dafür nur, wenn die Verschlechterung zum Zeitpunkt der Übergabe schon angelegt war.

Die gesetzlichen Gewährleistungsrechte sichern allein den Zustand zum Zeitpunkt der Übergabe. Sie beinhalten keine Haltbarkeitsgarantie ...

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