Zwanziger und das Krebsgeschwür des Weltfußballs

von Helene Klassen Rock

Rechtzeitig vor Beginn der bevorstehenden Fußballeuropameisterschaft hat sich das LG Düsseldorf mit der Rechtmäßigkeit der Äußerung von Dr. Theo Zwanziger, Katar sei ein Krebsgeschwür des Weltfußballs befasst. Die Quatar Football Association kann nach Auffassung des Gericht keine Unterlassung der Äußerung verlangen, da diese durch die nach dem Grundgesetz gewährte allgemeine Meinungsfreiheit gerechtfertigt ist.

Der ehemalige Präsident des Deutschen Fußballbundes und früheres Mitglied des Exekutivkomitees der FIFA Dr. Theo Zwanziger hatte im Sommer 2015 in einem Interview mit dem Hessischen Rundfunk die Entscheidung, eine Fußballweltmeisterschaft im Jahr 2022 in Katar auszutragen, stark kritisiert. In diesem Zusammenhang erklärte der 70-Jährige:

„Ich habe immer gesagt, dass Katar ein Krebsgeschwür des Weltfußballs ist.“

Diese Äußerung wollte der offizielle Fußballverband des Staates Katar, Qatar Football Association (QFA), nicht einfach hinnehmen und verlangte vor dem LG Düsseldorf Unterlassung, allerdings erfolglos.

Entscheidung des Gericht: Zwanziger darf Katar als Krebsgeschwür bezeichnen

Mit Urteil vom 19.04.2016 – 6 O 226/15 (Pressemitteilung vom 19.04.2016) hat das LG Düsseldorf die Unterlassungsklage der QFA abgewiesen. Die Bezeichnung „Krebsgeschwür“ sei zwar eine Beleidigung im Sinne von § 185 Strafgesetzbuch, da es sich dabei um ein Werturteil handele, das der QFA Eigenschaften zuspreche, die in höchstem Maße negativ und schädlich seien. Es sei massiv herabwürdigend, weil die QFA damit den Status einer tödlichen Krankheit erhalte, die mit aller Macht zu bekämpfen sei. „Krebsgeschwür“ stehe für einen bösartigen Tumor, der sich im menschlichen Körper ausbreite und schlimmstenfalls zum Tode führe.

Die QFA könne jedoch nicht Unterlassung der beleidigenden Äußerung, Katar sei ein „Krebsgeschwür des Weltfußballs“ verlangen ...

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