Die Berufsgenossenschaft spinnt doch, könnte man meinen…

von Thorsten Blaufelder

…,wenn man sich diesen Fall und die Argumentation der BG betrachtet: Wer beim Weg zur Arbeit sein Hof- oder Garagentor schließt, steht dabei unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Dies sei letztlich Teil des Arbeitsweges oder allenfalls eine versicherungsunschädliche geringfügige Unterbrechung, wie das Hessische Landessozialgericht (LSG) in Darmstadt in einem am Dienstag, 26.04.2016, bekanntgegebenen Urteil entschied (AZ: L 3 U 108/15).

Es gab damit einem Schulhausmeister aus Hanau recht. An einem vereisten Tag im Januar 2013 machte er morgens gegen 6.15 Uhr das Hoftor seines Grundstücks auf, um zur Arbeit zu fahren. Er fuhr sein Auto aus dem Hof und stieg dann aus, um das Hoftor wieder zu schließen. Dabei rutschte er auf dem eisglatten Asphalt aus und stürzte auf seine rechte Schulter. Dabei verletzte er sich schwer. Als Folge ist die Schulter nur noch eingeschränkt beweglich, was zu einer Minderung der Erwerbsfähigkeit um 30 Prozent führte.

Doch die Berufsgenossenschaft wollte den Sturz nicht als Wegeunfall entschädigen und keine Erwerbsminderungsrente zahlen. Schließlich sei der Hausmeister ja nicht mehr auf seinem Weg zur Arbeit gewesen. Vielmehr sei er „aus privaten Gründen“ aus seinem Auto ausgestiegen und Richtung Wohnung zurückgelaufen.

Doch ganz so kleinlich lässt sich der Weg zur Arbeit nicht auseinanderdividieren, betonte nun das LSG Darmstadt ...

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