Deutsche Staatsangehörigkeit – wegen des Studiums des Vaters

Ein Kind kann die deutsche Staatsangehörigkeit auch aufgrund von Studienzeiten des Vaters in Deutschland erwerben.

Das Kind ausländischer Eltern erwirbt durch die Geburt im Inland die deutsche Staatsangehörigkeit, wenn ein Elternteil seit acht Jahren hier rechtmäßig seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat. Auf diese Frist ist auch ein Aufenthalt zu Studienzwecken anzurechnen, wenn er sich später zu einem Daueraufenthalt verfestigt hat.

In dem jetzt vom Bundesverwaltungsgericht in Leipzig entschiedenen Fall sind die Eltern des im Mai 2013 im Bundesgebiet geborenen Kindes israelische Staatsangehörige. Der Vater kam 1999 zu Studienzwecken nach Deutschland. Nach Heirat einer Deutschen erhielt er 2004 eine Aufenthaltserlaubnis aus familiären Gründen, 2006 nach Trennung von seiner deutschen Ehefrau eine Aufenthaltser­laubnis zu Studienzwecken und 2010 nach erfolgreichem Abschluss seines Medizinstudiums eine Aufenthaltserlaubnis zur Ausübung einer Beschäftigung. Seit September 2011 ist er im Besitz einer Niederlassungserlaubnis. Die zuständige Behörde stellte 2013 fest, dass seine 2013 hier geborene Tochter die deutsche Staatsangehörigkeit nicht durch Geburt im Inland erworben habe, weil der Aufenthalt ihres Vaters zeitweilig nur zu Studienzwecken erlaubt gewesen sei.

Die hiergegen erhobene Klage hatte – wie in den Vorinstanzen vor dem Verwaltungsgericht Ansbach1 und dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof2 – nun auch vor dem Bundesverwaltungsgericht Erfolg, das Bundesverwaltungsgericht hat die Revision der am Ver­fahren beteiligten Landesanwaltschaft Bayern zurückgewiesen:

Nach dem in § 4 Abs ...

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