Torten nach Hausfrauenart – ein qualifiziertes Handwerk?

von Martin Niklas

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Besonderen Schutz genießt in Deutschland das etablierte Handwerk. Darüber wachen die Handwerkskammern. Auch das Konditorenhandwerk fällt darunter. Es darf also nicht einfach ein jeder Torten backen, und diese dann verkaufen. Das bekam nun auch ein aufstrebendes kleines Franchisesystem mit dem Namen KuchenKlatsch zu spüren.

Kuchen „nach Hausfrauenart“ aus dem privaten Backofen der Franchisenehmerin

Das Franchisesystem zeichnete sich dadurch aus, dass die Franchisenehmerinnen in ihren eigenen privaten Küchen Kuchen, Torten, Cupcakes und Ähnliches buken, alles nach den „Rezepten nach Hausfrauenart“, wie sie sie von der Franchisegeberin zur Verfügung gestellt bekamen, und diese dann an hungrige Kunden auslieferten.

Von Beginn aber kam es zu Konflikten mit den Handwerkskammern. Um ein anerkanntes Handwerk auszuüben, bedarf es einer entsprechenden Ausbildung und einer Eintragung in der Handwerksrolle. Weder die Franchisegeberin jedoch, noch die Franchisenehmerinnen waren ausgebildete Konditoren.

Minderhandwerk als nicht ausbildungsgebundene Tätigkeit

Angesichts der ständigen Konflikte gab man dann die eigene Tätigkeit als so genanntes Minderhandwerk aus, und wies überall, unter anderem auch auf der Internetseite, darauf hin, dass keine ausgebildeten Konditorinnen am Werke seien. Minderhandwerk ist nicht eintragungspflichtig, und nicht an eine Ausbildung gebunden. Von Minderhandwerk spricht man dann, wenn lediglich einzelne Teilbereiche eines Handwerksberufes zum eigenen Tätigkeitsportfolio gehören, die nicht den wesentlichen Kern dieses Handwerks ausmachen.

Ist das Backen von Kuchen und Torten Kern der Tätigkeit eines Konditors?

Auf Initiative der Handwerkskammer kam es dann schließlich zu einem Musterverfahren gegen eine einzelne Franchisenehmerin vor dem Landgericht Heilbronn ...

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