Arbeit und Privates trennen - das ist gar nicht immer so einfach

Viele Arbeitnehmer meinen ja, es könne ihnen arbeitstechnisch eigentlich nichts schlimmes passieren, wenn sie sich im Privatbereich daneben benehmen. In vielen Fällen dürfte das wohl auch halbweg richtig sein aber es kann auch derbe nach hinten losgehen. So hatte ich es mal mit einer Kündigung zu tun, bei der dem Arbeitnehmer vorgeworfen wurde, er habe im Privatbereich eine Kollegin verbal sexuell belästigt. In Wirklichkeit wollte er in dem als Beweis vorgelegten privaten SMS-Verlauf eigentlich eher das Gegenteil bewirken und verwendete dabei zugegebenermaßen eine eher derbe Sprache, deren Begrifflichkeiten häufig mit dem Buchstaben "F" anfingen. Da es hier allerdings definitiv keinen Bezug der Angelegenheit zum Arbeitsplatz gab, war die Kündigung natürlich unwirksam. Dem selben Arbeitnehmer wurde später dann unterstellt, man müsse bei ihm von Drogenkonsum während der Arbeitszeit ausgehen, da er eingeräumt habe, abends zu Hause mal ganz gerne einen Joint zu rauchen. Unabhängig davon, dass das ohnehin nicht mehr als nur die bloße Spekulation war, hat der Arbeitgebervertreter im Gericht nichts schlecht geguckt, als ich ihm vorgeworfen habe, während der Arbeitszeit zu saufen. Immerhin hatte er meine Gegenfrage, ob er abends nach Feierabend mal ein Bier trinken würde, bejaht. Auch diese Kündigung war natürlich unwirksam und hat dann zu einer deutlichen Preiserhöhung hinsichtlich der ausgehandelten Abfindung geführt.

Es kann aber eben auch anders kommen - nämlich jedenfalls immer dann, wenn das private Verhalten in einen Zusammenhang mit dem Arbeitsverhältnis zu bringen ist. Dann kann ein rein privates Tun auch zu arbeitsrechtlichen Sanktionen führen, die unangenehm sind ...Zum vollständigen Artikel


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