Ehemalige Prostituierte macht Kita aus Bordell

von Stefan Maier

Der Bedarf an Kindertagesstätten ist in Deutschland noch immer hoch. Eine ehemalige Prostituierte wollte in ihrem einstigen Bordell eine solche Einrichtung eröffnen. Die Vergangenheit des Gebäudes führte jedoch zu einer Ablehnung seitens der Behörden. Schließlich musste das Verwaltungsgericht Minden über die Eignung des Gebäudes sowie der Dame entscheiden.

Für den Betrieb einer Kita wird eine sogenannte Kindertagespflegeerlaubnis benötigt. Diese wird nur erteilt, wenn die vorhandenen Räume geeignet sind, als auch der Antragsteller eine entsprechende persönliche Eignung aufweist.

Die Klägerin betrieb in dem Haus, das künftig als Kindertagesstätte dienen soll, ein Bordell, in dem sie selbst auch als Prostituierte arbeitete. Im Rahmen einer beruflichen Neuorientierung gab die Dame die Tätigkeit auf und qualifizierte sich mittels verschiedener Fortbildungen als Tagesmutter. Im Julia 2014 sprach die Stadt ihr die persönliche Eignung aus und erteilte zunächst die Erlaubnis zur Kinderpflege im Haushalt der jeweiligen Kindesfamilien.

Im März 2015 ersuchte die ehemalige Prostituierte schließlich eine Genehmigung zum Betrieb einer Kindertagesstätte in ihrem ehemaligen Bordell. Die Räumlichkeiten wurden zuvor entsprechend umgebaut und neugestaltet. So gibt es nun unter anderem einen großen Spielraum, eine Küchenzeile, sowie Schlaf- und Sanitäreinrichtungen. Zwei Mitarbeiterinnen der Stadt besichtigten die Räume und erachteten diese für geeignet für die Kindertagespflege.

Dennoch wurde der Änderungsantrag der Klägerin seitens der Stadt abgelehnt. Bei Recherchen ist man auf die Vergangenheit des Gebäudes als Bordell aufmerksam geworden. Die Stadt argumentierte, die Räumlichkeiten seien deshalb nicht kindgerecht, da sie noch bis September 2014 zur Prostitution genutzt wurden. Schon die Bekanntheit der Adresse sei problematisch, es bestehe die akute Gefahr, dass Freier vor der Türe stehen und sich aufdringlich verhalten könnten ...

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