Automobilindustrie in Russland: Durchhalten trotz Umsatzrückgang

von Thomas Heidemann

Die Automobilindustrie steht in Russland vor einigen Herausforderungen. Trotzdem hält sie aktuell am Markt fest.

Die Automobilindustrie in Russland durchlebt schwierige Zeiten. Durch eine zielstrebige Industriepolitik ist es in den vergangenen Jahren gelungen, die internationalen Hersteller erfolgreich ins Land zu holen. Praktisch alle großen Hersteller produzieren mittlerweile in Russland, um den unbestritten großen und im europäischen Vergleich weiterhin unterversorgten Markt zu bedienen.

Der Umsatz bricht ein

Nun aber bricht der Markt ein: Der Umsatzrückgang der Automobilindustrie in Russland wird für 2015 auf 36 Prozent beziffert. Grund hierfür ist zum einen der Wertverlust des Rubels. Zum anderen hat die einseitige Ausrichtung auf den Energiesektor zu einer allgemeinen wirtschaftlichen Krise geführt.

Die Wirtschaftssanktionen im Zuge der Ukrainekrise verstärken diesen Abwärtstrend. Als im Dezember 2014 der Rubel regelrecht abstürzte, führte dies für die Autoindustrie zu kurzfristigen Verkaufsspitzen, insbesondere im hochpreisigen Segment. Bei dieser Flucht in die Sachwerte wurden offenbar vielfach Käufe vorgezogen, die im laufenden Jahr jetzt ausbleiben.

Produktion wird massiv gesenkt

Die Automobilindustrie in Russland reagiert darauf mit einem massiven Herunterfahren der Produktion. Bislang bleiben Entlassungen im großen Stil allerdings aus. Lediglich Opel hat die gerade erst aufgebaute Produktion bei St. Petersburg gänzlich eingestellt und sich dauerhaft aus dem Markt verabschiedet.

Die anderen Hersteller scheinen entschlossen, ihre Position zu halten. Erst im September ist VW planmäßig einen weiteren Schritt zur Lokalisierung gegangen und hat eine Motorenfertigung eröffnet. Ein Rückzug aus dem russischen Markt insgesamt ist folglich nicht zu beobachten ...

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