Die Bewässerungsanlage, das Pferd und der Tod …

… und die Haftung.

Wer haftet für den Tod eines Pferdes, ausgelöst durch eine Bewässerungsanlage?

Landwirte aufgepasst:

Das Oberlandesgericht Celle hat entschieden, dass, wenn ein Landwirt seine Wiese in der Weise bewässert, dass der Wasserstrahl auch die daneben liegende Pferdeweide beregnet und dadurch ein Pferd in Panik gerät und tödlich verunfallt, er gegenüber dem Pferdeeigentümer eine Verkehrssicherungspflicht verletzt und damit für die entstandenen Kosten haftet.

Was war konkret passiert?

Die Klägerin begehrte Schadensersatz wegen eines tödlichen Unfalls ihres Pferdes infolge einer Panikreaktion nach Inbetriebnahme einer landwirtschaftlichen Bewässerungsanlage.

Die Stute weidete mit einem anderen Pferd auf einem Grundstück der Klägerin. Der Beklagte ist Landwirt und Eigentümer des angrenzenden Grundstücks, auf dem er eine Bewässerungsanlage einschaltete. Die Anlage, die zu Beginn des Betriebs ein lautes „Schnalzgeräusch“ hervorruft, beregnete auf einer Länge von rund 10m auch das Weidegrundstück der Klägerin. Die in Panik geratene Stute flüchtete und verletzte sich beim Überspringen des Weidezauns derart schwer, dass sie eingeschläfert werden musste.

Zur Höhe des Schadens behauptet die Klägerin, sie habe das Tier vor dem Unfall zu einem Preis von 40.000 € an die Zeugin S. verkauft.

Das Landgericht Lüneburg hat die Klage abgewiesen. Die hiergegen gerichtete Berufung der Klägerin hat das Oberlandesgericht Celle zunächst gemäß § 522 Abs. 2 ZPO zurückgewiesen. Der Bundesgerichtshof wiederum hat diese Entscheidung aufgehoben und die Sache zurückverwiesen, da das Oberlandesgericht Celle verfahrensfehlerhaft dem Beweisantritt auf Einholung eines hippologischen Sachverständigengutachtens zur Ursächlichkeit des Wasserstrahls für die Panikreaktion nicht nachgegangen sei.

Daraufhin hat nach Beweisaufnahme das Oberlandesgericht Celle der Klägerin Recht gegeben ...

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