Haushaltsführungsschaden: keine überhöhte Anforderung an die Substantiierung

Das Oberlandesgericht Köln hat in seiner Entscheidung vom 12.12.2014 (Az. 19 U 39/14) bestätigt, dass es für die Zubilligung eines Haushaltsführungsschadens grundsätzlich erforderlich ist, den Umfang der vor dem Schadensereignis verrichteten Haushaltstätigkeit substantiiert, d.h. fundiert und begründet darzulegen. Aus diesem Grund fordern die Versicherer immer dezidiertere Angaben und hoffen so, dass der Geschädigte irgendwann keine Kraft mehr hat, den Fragen standzuhalten und letztendlich kapituliert. Damit erreichen die Versicherer eine deutliche Verringerung der zu entschädigende Summe und sparen so jährlich Millionen von Euro ein.

Rechtsanwältin Melanie Kamper

An die Darlegung des Haushaltsführungsschadens dürfen allerdings auch keine überhöhten Anforderungen gestellt werden. Es ist ausreichend, wenn der Geschädigte zur Zusammensetzung der Familie sowie zur Größe und Ausstattung der Wohnung hinreichend vorträgt.

Die Zusammensetzung der Familie ist deshalb wichtig, um zu belegen wie umfangreich sich die Haushaltstätigkeit gestaltet. Leben bspw. kleine Kinder im Haushalt, ist mit mehr Schmutzwäsche zu rechnen als ohne Kinder. Leben jugendliche Kinder im Haus, so ist grundsätzlich davon auszugehen, dass diese sich in den Haushalt mit einbringen – so die Theorie
Durchaus interessant und entscheidend für den Umfang der Haushaltstätigkeit ist auch die Bodenbeschaffenheit der Wohnung und des Hauses. Sind Fliesen verlegt, so müssen diese gekehrt bzw. gesaugt und gewischt werden. Beim Teppichboden dagegen erübrigt sich das Wischen. Ähnliches gilt für die Frage, ob es eine Spülmaschine und einen Wäschetrockner gibt ...

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