Bewertungsportale treffen konkrete Handlungspflichten

von Maik Sebastian

Maik Sebastian:

Nachdem der Bundesgerichtshof (BGH) mit Urteil vom 01.03.2016 (Az. VI ZR 34/15) über die erhöhten Handlungspflichten von Bewertungsportalen entschieden hatte, liegen nun die schriftlichen Urteilsgründe vor.

Konkret ging es um eine Arztbewertung auf dem Portal Jameda. Der angebliche Patient hatte eine negative Bewertung mit der Gesamtnote 4,8 vergeben. Für „Behandlung“, „Aufklärung“ und „Vertrauensverhältnis“ wurde gar die Note 6 verteilt.

Nur kurze Bestätigung erforderlich

Daraufhin forderte der später klagende Zahnarzt das Portal auf, die „verunglimpfende“ Bewertung zu löschen. Das tat Jameda zunächst auch, stellte den Beitrag später aber wieder ein. Zwischenzeitlich wurde der Nutzer darauf hingewiesen, dass der Arzt die Echtheit der Bewertung anzweifle und man eine Bestätigung der Bewertung benötige. Man kommunizierte u.a. folgendes:

Um diese Prüfung positiv abzuschließen, ist es nötig, dass Sie uns Ihre Bewertung noch einmal bestätigen. Bitte antworten Sie uns hierzu kurz auf diese E-Mail, indem Sie die Behandlung in mindestens zwei Sätzen umschreiben und den Behandlungszeitraum nennen.

Gleichzeitig sicherte das Unternehmen dem Bewertenden zu, die Informationen nicht an den Arzt weiterzugeben. Der Nutzer bestätigte die Bewertung und umschrieb die Behandlung in zwei Sätzen. Für Jameda war der Fall damit erledigt ...

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